Was ist eine Gewerbesteuer und wozu dient der Hebesatz?

Was ist eine Gewerbesteuer und wozu dient der Hebesatz?

Die Gewerbesteuer ist eine klassische Gemeindesteuer, da sie vom Gewerbetreibenden an die Gemeinde (in der das Gewerbe angemeldet ist) abgeführt werden muss. Die Gewerbesteuer ist prinzipiell abhängig vom Ertrag.

Unternehmen, die eine juristische Person darstellen, sind verpflichtet, Gewerbesteuer zu bezahlen. Demgegenüber sind etwa Freiberufler nicht in der Pflicht, diese Gemeindesteuer zu entrichten.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer zu berechnen ist nicht ganz so einfach, denn immerhin spielen die Steuermesszahl und der sogenannte Hebesatz eine Rolle. Die Gewerbesteuer ist prinzipiell von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, weil die einzelnen Gemeinden unterschiedliche Hebesätze festlegen können. So finden wir in Deutschland günstige und teurere Gemeinden. Wie die Gewerbesteuer genau ermittelt wird, ist in § 8 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) festgelegt. Wenn du dir den Paragrafen durchlesen möchtest, wirst du feststellen, dass die Gewinnermittlung nicht ganz so schnell geht.

Um die Höhe der Gewerbesteuer zu ermitteln, wird der Gewinn um bestimmte Beträge gekürzt und aufgewertet. So kann eine Leasingrate für eine Anlage oder auch eine Rentenzahlung vom Gewinn abgezogen werden. Aber nicht komplett. Die Gewerbesteuer ist wirklich schrecklich und erhöht den Aufwand enorm. Hast du deinen Gewinn bzgl. der Körperschaftssteuer berechnet und bspw. laufende Rentenzahlungen abgezogen, musst du diese bei der Ermittlung der Gewerbesteuer zu einem Viertel wieder hinzuzählen.

Der ermittelte Gewinn ist allerdings immer auf volle 100 nach unten abzurunden. Ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft hat darüber hinaus den Vorteil von einem Freibetrag. Dieser beträgt 24.500 Euro. Die genaue Regelung findest du in § 11 GewStG „Steuermesszahl und Steuermessbetrag“. Demzufolge können auch bestimmte Unternehmen einen Freibetrag von 5.000 Euro bekommen.

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Was ist eine Steuermesszahl?

Nachdem du deinen Gewinn nach § 8 GewStG ermittelt hast, kannst du diesen also um einen Freibetrag kürzen, sofern dir einer nach § 11 GewStG zusteht. Die sogenannte Steuermesszahl wird nun mit dem verbleibenden Gewerbeertrag multipliziert. Die Steuermesszahl ist für alle Gewerbebetriebe mit 3,5 % einheitlich. Das Ganze wird jetzt weiter mit dem sogenannten Gewerbesteuerhebesatz multipliziert und ergibt am Ende die zu zahlende Gewerbesteuer. Klingt kompliziert? Na ja, umständlich wäre der passende Begriff, weil du viel Blättern musst. Der Gesetzestext ist typisch deutsch.

Dieser Hebesatz ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Ein Gewerbetreibender, der Gewerbesteuern zahlen muss, kann die gezahlte Gewerbesteuer in der Einkommensteuererklärung geltend machen und damit als Ausgaben ansetzen. Logischerweise zählt das nur für Personengesellschaften.

Was ist ein Hebesatz und was nützt der?

Der Hebesatz ist ein wesentlicher Baustein für die Berechnung der Gewerbesteuer. Dieser wird in jeder Gemeinde individuell festgelegt. Allerdings sind die Gemeinden verpflichtet, einen Mindesthebesatz von 200 % anzusetzen. In § 16 „Hebesatz“ GewStG heißt es:

Er beträgt 200 Prozent, wenn die Gemeinde nicht einen höheren Hebesatz bestimmt hat.“

Für das Jahr 2021 beträgt der Hebesatz in Düsseldorf beispielsweise 440 %, in Frankfurt am Main hingegen 460 %. Mannheim liegt mit 430 % leicht darunter. Man sieht, die Unterschiede in den großen Städten sind nicht sehr groß. Allerdings kann sich das gegenüber den kleineren Gemeinden deutlich nach unten verändern. Über den Hebesatz bestimmt die Gemeinde letzten Endes über die Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer. Damit lässt sich der Zuzug neuer Unternehmen steuern.

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