Was ist ein Umlageverfahren - wieso die Rentenkasse leer läuft?

Die deutsche Rentenkasse ist leer und es kräftig gekürzt. Dabei wird die Rente nicht direkt gekürzt, aber indirekt. Das Ganze nennt sich Nullrunde. In Zeiten starker Inflation eine Katastrophe.

Was ist eine Nullrunde?

In den Medien hören wir immer wieder von Nullrunden, wenn es um die Rentenerhöhung geht. Eine Nullrunde hat mit der Erhöhung aber gar nichts zu tun, denn genau dabei findet keine Rentenerhöhung statt. Gemäß der Rentenformel nimmt der aktuelle Rentenwert eine besondere Bedeutung ein. Steigt dieser Faktor, erhöht sich die monatliche Rente. Dabei gilt die Faustregel: Erhöht sich der deutsche Durchschnittslohn, so klettert auch der Rentenwert. Bleibt die Lohnsteigerung aus, bleibt die monatliche Rente gleich. Genau das ist eine Nullrunde und kann zum Problem werden.

Blöd ist nämlich, wenn die Löhne und damit die Renten nicht steigen, aber die Inflation stärker wird. Wir beobachten das aktuell an den Tankstellen und im Supermarkt. Der Euro ist weniger wert und der Einkauf wird teurer.

Umlageverfahren und leere Rentenkasse

Im Gegensatz zur privaten Altersvorsorge, funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer direkt als Rente für die Rentner überwiesen werden. Was der Enkel einzahlt, bekommt Oma aufs Konto (natürlich nicht eins zu eins). Die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung werden also direkt aus der Rentenkasse wieder entnommen und auf die Rentner umgelegt. Nun wird das Prinzip klar: Steigen die Löhne, dann steigen auch die Rentenbeiträge. Es kommt mehr Geld in die Kasse. Eine gefährliche Sache, denn reichen die Beiträge nicht aus, müssen Steuermittel ran. In den großen Krisen, wie wir sie derzeit erleben, wird eine große Zahl der Menschen nicht von einer Lohnsteigerung beglückt.

Die private Altersvorsorge für die Altersabsicherung

Mit der privaten Altersvorsorge bleibt die Abhängigkeit von der Zahlkraft der Arbeitnehmer weitgehend aus. Es wird eine Reserve aufgebaut, die dann sinnvoll investiert werden kann. Im Laufe der Zeit kann der verantwortungsbewusste Mensch seine eigene Finanzinsel bauen. Dabei geht es darum, in Anlageformen zu investieren, die der Inflation trotzen und gleichzeitig eine hohe Rendite bringen. Das lässt sich hervorragend mit der Dividendenstrategie kombinieren. Denn das zurückgelegte Geld soll während der Rente nicht nur aufgebraucht werden, sondern soll die monatliche Rentenzahlung ergänzen. Es geht also darum, das Geld für sich arbeiten und vermehren zu lassen.

Das Kopfkissen ist also keine gute Idee. Zwar belieben die Scheine liegen, so dass 30.000 Euro am Ende immer noch 30.000 Euro sind. Mehr ist es nicht geworden. Das allein wäre schon die pure Verschwendung, aber wegen der Inflation sind die 30.000 Euro von heute nicht mehr 30.000 Euro in der Zukunft. Der Wert nimmt dramatisch ab.

Die kluge Investition in Immobilien, Aktien, Fonds und ETF’s kann dem Geldverfall entgegenwirken und eine erhebliche Wertsteigerung nach sich ziehen. Eine monatliche Dividende ist wie eine Rente. Neben dem monetären Kapitalfluss ist es ganz hübsch, die laufenden Ausgaben zu reduzieren. Dazu trägt die eigene Immobilie bei.

Die deutsche Rentenkasse ist ein ganz schlechtes Vorbild

Die deutsche Rentenversicherung ist ein schlechtes Vorbild, wenn es darum geht Vermögen aufzubauen und den Wert des Geldes zu steigern. Typisch Deutsch: „Das Geld ist auf dem Sparbuch am sichersten!“ Ja und nein!

Prinzipiell bedeutet „sicher“, dass der eingezahlte Betrag zurückerstattet wird. Der Wertverfall spielt dabei keine Rolle. Genau das ist die Krux!

Dass die Gelder nur in sichere Anlageformen investiert werden darf, ergibt sich aus den §§ 216 und 217 SGB VI.

„§ 217 Anlage der Nachhaltigkeitsrücklage

Die Nachhaltigkeitsrücklage ist liquide anzulegen. Als liquide gelten alle Vermögensanlagen mit einer Laufzeit, Kündigungsfrist oder Restlaufzeit bis zu 380 Tagen, Vermögensanlagen mit einer Kündigungsfrist jedoch nur dann, wenn neben einer angemessenen Verzinsung ein Rückfluss mindestens in Höhe des angelegten Betrages gewährleistet ist. Soweit ein Rückfluss mindestens in Höhe des angelegten Betrages nicht gewährleistet ist, gelten Vermögensanlagen mit einer Kündigungsfrist bis zu 380 Tagen auch dann als liquide, wenn der Unterschiedsbetrag durch eine entsprechend höhere Verzinsung mindestens ausgeglichen wird. Als liquide gelten auch Vermögensanlagen mit einer Laufzeit oder Restlaufzeit von mehr als 380 Tagen, wenn neben einer angemessenen Verzinsung gewährleistet ist, dass die Vermögensanlagen innerhalb von 380 Tagen mindestens zu einem Preis in Höhe der Anschaffungskosten veräußert werden können oder ein Unterschiedsbetrag zu den Anschaffungskosten durch eine höhere Verzinsung mindestens ausgeglichen wird.“

Weiter lesen wir auf bundesregierung.de, dass die Anlage in Aktien nicht erlaubt ist und dass die Anlagen grundsätzlich in Euro erfolgen.

Unsere Rentenbeiträge, sofern Überschüsse vorhanden sind, werden also allein auf den Wackeleuro gestützt und dürfen keine großen Gewinne bringen. Die Ausgaben steigen aber…

Norwegen lässt die Rentenkasse ohne Einzahler wachsen

Unser skandinavischer Nachbar Norwegen fährt eine andere Strategie und stellt sich der Verantwortung für die eigenen Menschen. Der norwegische Staatsfonds investiert klug und hat jede Menge Aktien im Depot. Der Großteil der Anlage wird im Ausland investiert. Der Staatsfond soll zur Sicherung der Renten eingesetzt werden und steigt und steigt und steigt. Nicht ohne Grund zählt die norwegische Krone zu den stabilen Währungen. Allein die Bestandteile von Amazon, Alphabet, Mikrosoft und Apple sorgen für ein munteres Wachstum.

Der norwegische Staatsfonds ist der größte der Welt und hält enorme Werte. Wenn man bedenkt, dass ein Aktiensparplan schon ab 25 Euro einzurichten ist, dann kann fast jeder seine eigene Absicherung schaffen und Stück um Stück das eigene Portfolio zusammenbauen.

Von wegen Nullrunde und leere Rentenkasse!

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