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Zahnzusatzversicherung – Was sind Erstattungsgrenzen und Wartezeit?

Zahnzusatzversicherung

Wozu eine Zahnzusatzversicherung gut sein kann, wird an dem folgenden Beispiel klar. Die Herstellung von Zahnersatz ist ein lukratives Geschäft. Auch die Zahnärzte verdienen durch Prothesen, Kronen und Zahnersatz eine Menge Geld. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen allerdings nicht den vollen Betrag. Sie übernehmen nur die Hälfte der Kosten für eine sogenannte Regelversorgung.

Regelversorgung bedeutet, dass Zahnersatz oder eine Zahnreparatur nur soweit erfolgt, wie sie aus medizinischer Sicht zweckmäßig ist. Allerdings gibt es zwei Aspekte, die hier zu berücksichtigen sind. Zum einen heißt medizinische notwendig nur, dass der Mensch wieder kauen und essen kann, ohne einen langfristigen Schaden an der Gebissstruktur zu erwarten. Regelversorgung bedeutet nunmal zweckmäßig und nicht schön. Wer eine andere Zahnfarbe außer Metall haben möchte, oder ein stabileres Material, legt bei der Rechnung in der Regel selbst drauf. Krankenkassen und Zahnärzte haben festgelegt was Regelversorgung genau bedeutet. Diese Festlegungen werden immer wieder angepasst. Gesetzlich versicherte Patienten haben es besonders schwer, da die Krankenkasse nur die Hälfte der Regelversorgung übernimmt. Besser sind die Menschen dran, die eine private Krankenversicherung haben. Der Leistungsumfang ist auch bei der Zahnbehandlung größer. Die andere Hälfte muss selbst getragen werden. Wird ein höherwertiger Zahnersatz gewünscht, steigen logischerweise auch die Kosten.

Wann übernimmt die Krankenkasse die komplette Rechnung?

In wenigen Fällen beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse zu 100% an der Rechnung einer medizinisch notwendigen Zahnbehandlung. Dies ist dann der Fall, wenn die Patienten zum sogenannten Härtefall gehören. Ein Härtefall ist dann gegeben, wenn das regelmäßige Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Zusätzlich kann der Zuschuss der Krankenkasse noch getoppt werden, indem das Bonusheft lückenlos gefüllt wird. Das Bonusheft füllt sich, wenn der regelmäßige Zahnarztbesuch (Vorsorge) durch einen Eintrag in dieses Heft bestätigt wird. Das ist mindestens jährlich notwendig. Bei einer lückenlosen Führung des Bonusheftes über eine Zeitraum von fünf Jahren, erhöht sich der reguläre Zuschuss der Krankenkasse von 50 auf derzeit 60%. Wird das Bonusheft zehn Jahre lang lückenlos geführt, gibt es 65% von der gesetzlichen Krankenversicherung.

Sollte eine professionelle Zahnreinigung versichert sein?

Eine professionelle Zahnreinigung dient dem Erhalt der Zahngesundheit und ist mehr als das regelmäßige Zähneputzen. In der Zahnarztpraxis werden Zähne und Zahnzwischenräume intensiv gereinigt, um so Bakterien oder anderen Krankheitserregern den Gar aus zu machen. Die Kosten dafür sind überschaubar (unter 100 Euro), meist bieten die gesetzlichen Krankenkassen einen jährlichen Zuschuss für die professionelle Zahnreinigung an. Dies ist übrigens auch eine gute Möglichkeit das Bonusheft zu pflegen. Eine Zahnreinigung dient der Zahnvorsorge und ist demnach einen Stempel im Bonusheft wert. Einige Anbieter der privaten Zahnzusatzversicherung sichern auch die professionelle Zahnreinigung ab. Ob dies unbedingt im Leistungsumfang enthalten sein muss, ist allerdings fraglich. Jede Leistung erhöht natürlich den monatlichen Beitrag. Weiterhin ist zu beachten, dass viele Zahnzusatzversicherungen mehrere Tarife zur Auswahl haben. So gibt es Tarife, die lediglich den Zahnersatz versichern, andere Versicherer zahlen auch bei besonderen Zahnfüllungen. So wird z.B. die Kunststofffüllung im Zahn von der privaten Zusatzversicherung übernommen, wenn solche Leistungen im Tarif enthalten sind. Das Gleiche gilt für eine Parodontosebehandlung. Diese Leistung wird meist von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn auch nicht immer sofort. Bei der Wurzelbehandlung berechnet der Zahnarzt gern extra Beträge, die sich im Leistungskatalog der Zahnzusatzversicherung wiederfinden sollten.

 

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Was sind Erstattungsgrenzen bei der Zahnzusatzversicherung?

Erstattungsgrenzen bei einer Zahnzusatzversicherung werden meist in den ersten Jahren durch den Versicherer gesetzt. Die meisten Angebote limitieren die Leistungen in den ersten drei oder fünf Versicherungsjahren. Demzufolge zahlt die Versicherung nur einen Höchstbetrag für den Zahnersatz. Dies ist ein wichtiger Punkt, der uns zeigt, dass wir eine Zahnzusatzversicherung schon in jungen Jahren abschließen sollten. Das Risiko für eine teure Zahnbehandlungen ist in den jungen Lebensjahren deutlich geringer. Das gilt natürlich auch für die monatlich zu zahlenden Beiträge. Bei der Auswahl des Zahntarifs, sollte man beachten, dass die Erstattungsgrenzen nur über einen relativ kurzen Zeitraum zum Tragen kommen. Ähnlich den Erstattungsgrenzen in Euro, gibt es auch Tarife, die die Anzahl der Implantate begrenzen, welche durch die Versicherung bezahlt werden.

Was ist eine Wartezeit bei einer Zahnzusatzversicherung?

Eine Wartezeit kennen wir schon von der Rechtsschutzversicherung. Die meisten Zahnzusatzversicherungen haben eine Wartezeit von 8 Monaten. Das bedeutet, dass wärend der acht Monate keine Kosten für Zahnbehandlungen erstattet werden. Der Hintergrund ist der, dass sich die Versicherung vor Zahlungen schützen möchte, die schon vor Vertragsabschluss absehbar waren. Es gibt aber die Möglichkeit, eine Wartezeit zu umgehen, wenn der Versicherungsnehmer zum Zahnarzt geht und sich die Zahngesundheit bestätigen lässt. So wird auch für den Versicherer deutlich, dass in absehbarer Zeit keine Ausgaben geplant sind. Der Versicherungsanbieter ERGO direkt bietet einen Tarif an, in dem auch ohne Wartezeit ein bestimmter Betrag überweisen wird. Zwar sind die Leistungen am Anfang (in den ersten zwei Jahren) geringer, dennoch ist die Versicherung eine Alternative.

Ist ein Tarif mit voller Erstattung sinnvoll?

Eine Zahnzusatzversicherung bietet mehrere Tarife, zu unterschiedlich hohen Beiträgen an. Von der Zahnarztrechnung wird erstmal der Anteil abgezogen, der durch die gesetzliche Krankenversicherung beglichen wird. Der verbleibende Betrag wird dann durch die Zahnzusatzversicherung teilweise oder vollständig übernommen. So gibt es Tarife, in denen der verbleibende Rechnungsbetrag bis zu 70% der Gesamtrechnung übernehmen. Beispiel (Zahlen nur für das Verständnis): Der Rechnungsbetrag liegt bei 500 Euro, die Regelversorgung wäre mit 320 Euro festgesetzt. Die Hälfte der Regelversorgung (160 Euro) zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Demzufolge bliebe ein Eigenanteil von: 500 Euro – 160 Euro = 340 Euro. Ein Tarif mit 70% Erstattung würde den verbleibenden REchnungsbetrag bis zu einer Höhe von 500 Euro x 70% = 350 Euro auffüllen. Weil die Krankenkasse davon schon 160 Euro bezahlt, wird von der Zahnzusatzversicherung ein Betrag in Höhe von 190 Euro überweisen. Es verbleibt ein selbst zu zahlender Anteil in Höhe von 150 Euro.

Eine Tarif, der 90% absichert, würde lediglich einen Eigenbetrag von 50 Euro ergeben, ein Tarif mit 100% Absicherung einen Eigenbetrag von 0 Euro.

Allerdings steigen die monatlichen Beiträge mit den höheren Leistungen. Empfehlenswert wäre daher ein Tarif, der nicht 100% absichert. Es ist sinnvoll, Geld auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen. Damit liese sich die Differenz der Behandlungskosten tragen. Ebenso ist es wichtig, die Wartezeit durch eigene finanzielle Mittel zu überbrücken. Auch dieses Geld sollte auf einem Tagesgeldkonto angespart werden.

 

 

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